Hallenstadion und ZSC: Mehr als ein Klub und seine Adresse

Der Umzug der ZSC Lions nach Zürich West ist auch ein sporthistorischer Kulturschock. Die Geschichte der berühmtesten Schweizer Sporthalle.

Das Zürcher Hallenstadion verdankt seine Existenz dem Regen. Weil im Sommer der Himmel über dem Industrie- und Bauerndorf Oerlikon oft unverhofft die Schleusen öffnete, mussten zu Beginn der dreissiger Jahre des vorigen Säkulums immer wieder Meetings auf der offenen Rennbahn abgesagt werden. Das ärgerte die vielen tausend Radsportfreunde; sie forderten ein Dach. Das Dach kam nicht, aber dafür entstand ein paar Jahre später auf dem benachbarten 20 000 m² messenden Sumpfgelände Europas grösste Sporthalle, fortan Hallenstadion genannt. Bauzeit 14 Monate, Kosten 2,5 Millionen Franken, geplante Eröffnung am 26. Juni 1939. Alle waren bereit, die Reden waren geschrieben, die Ehrengäste geladen. Doch drei Tage vor dem feierlichen Akt verirrte sich ein Werbeballon der Schuhfabrik Hug in Zürich Nord, beschädigte den Neubau, verursachte einen Schaden von 182 000 Franken (die Versicherung zahlte nur 124 000 Franken) und erzwang die Verschiebung der Premiere um 131 Tage. 

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